Altaussee

Altaussee ist so etwas wie der kleine Bruder des benachbarten Bad Aussee: weniger Einwohner, aber mindestens genauso attraktiv. Das Salz aus den Bergen bestimmte nicht nur die Historie von Altaussee, sondern auch die Gegenwart, denn am Ort liegt das größte aktive Salzbergwerk Österreichs. Für die Urlauber veranschaulicht das angegliederte Besucherbergwerk Salzwelten, was früher und heute unter Tage geschieht. Aber in den Stollen des Bergwerks lagerte sogar noch etwas Wertvolleres als Salz: Raubkunst.

NS-Raubkunst aus Altaussee: Teil des Genter Altars (Belgien) - Quelle: gemeinfrei

NS-Raubkunst aus Altaussee: Teil des Genter Altars (Belgien) – Quelle: gemeinfrei

Wie Altaussee die Kunst rettete

Die Geschichte einer spektakulären Kunstrettung spielt im Zweiten Weltkrieg. Als sich militärische Niederlagen abzeichneten, erklärten die Nationalsozialisten auch Altaussee zum Bestandteil ihrer „Alpenfestung“, also eines angeblichen Befestigungssystems in der schwer einzunehmenden Alpenregion. Das Salzbergwerk Altaussee wurde dazu ausersehen, einen Kunstschatz vor Bombenangriffen zu schützen. Daher wurden in den Stollen zunächst wertvolle Kunstwerke aus österreichischen Klöstern, Kirchen und Museen eingelagert, später aber auch Raubkunst, die ihren rechtmäßigen Besitzern weggenommen worden war. Kurz vor Kriegsende wollte der Gauleiter die Stollen samt unwiederbringlichen 6500 Werken sprengen lassen. Aber einigen Verantwortlichen des Bergwerks gelang es, die Pläne kurzfristig zu vereiteln und Milliardenwerte zu retten.

Kurort Altaussee

Weit weniger dramatisch zeigt sich die Nachkriegsgeschichte des Ortes. Altaussee ist unter den Kurorten des Salzkammerguts der jüngste – erst seit 1989 gilt es als Luftkurort. Wesentlich älter ist auch hier das Badewesen. In dem Heilwasser, das als Solebad oder für Trinkkuren eingesetzt wird, befindet sich Glaubersalz (Natriumsulfat). Es soll unter anderem die Verdauung auf Trab halten und Linderung bei Gicht bringen.

Sport und Spaß am Loser

Klettern, Wandern und Skifahren sind die wichtigsten Aktivitäten, die die Natur rund um den Altausseer See vorgibt. Der Hausberg Loser ragt 1838 Meter in die Höhe. Die Bergbahnen haben ihre Talstation beim nahe gelegenen Ramsau. Wenn im Winter das Tote Gebirge ganz schneit ist, verwandeln sich die Berghänge in eines der größten Skigebiete des Salzkammerguts. Neben der langen Talabfahrt ist der Funpark „Loserfenster“ die größte Attraktion für Ski- und Snowboardfans. Trotz der moderaten Höhenlage gilt der Loser als besonders schneesicher.