Bad Ischl

Haben Sie Lust auf einen kaiserlichen Urlaub? Schon Kaiser Franz Joseph I. und Elisabeth von Österreich (genannt Sisi) wählten Bad Ischl im Salzkammergut als bevorzugtes Urlaubsziel. Nicht weniger als 60 Sommer soll der österreichische Kaiser in dem Kurort zugebracht haben. Im 19. Jahrhundert sammelte sich hier eine illustre Gesellschaft aus Adligen, Komponisten und anderen Künstlern. Noch heute hat sich Bad Ischl etwas vom Flair seiner Blütezeit bewahrt.

Geschichte von Bad Ischl

Lange bevor die Stadt an der Traun als Kur- und Badeort aufblühte, war Salz das bestimmende Faktor in Ischl – zunächst durch den Salzhandel, später auch durch die Produktion. Im Mittelalter erstmals erwähnt, wuchs die Bedeutung des Marktortes ab dem Jahr 1563 stark an, als der Ischler Salzberg erschlossen wurde und Ischl neben Hallstatt und Altaussee zum dritten wichtigen Produktionsstandort heranwuchs. Ab 1595 wurde zusätzlich eine Soleleitung von Hallstatt nach Ischl (und später weiter nach Ebensee) verlegt, um noch mehr Salz versieden zu können.

Ischl um 1855 - Autor unbekannt, gemeinfrei

Ischl um 1855 – Autor unbekannt, gemeinfrei

Die Ischler Sole war ebenfalls entscheidend für die therapeutischen Kuranwendungen, die wohl ab 1807 angeboten wurden. In den 1820er-Jahren begann der regelmäßige Kurbetrieb, 1849 kam der Kaiser zum ersten Mal – und dann immer wieder. Franz Joseph I. ließ sich eine Biedermeier-Villa zur Sommerresidenz umbauen, die heute eine der wichtigsten touristischen Attraktionen ist. Im Gefolge der Habsburger zog es berühmte Musiker wie Lehár, Brahms und Johann Strauß an die Residenz.

Die offizielle Würdigung des Badebetriebs folgte erst später: Ab 1906 durfte sich Ischl „Bad“, ab 1920 „Kurort“ nennen. Heute zählt Bad Ischl über 13.000 Einwohner und ist somit die größte Stadt des Salzkammerguts.

Kaiservilla in Bad Ischl - © Toffel, gemeinfrei

Kaiservilla in Bad Ischl – © Toffel, gemeinfrei

Sehenswürdigkeiten in Bad Ischl

  • Weit über 100 denkmalgeschützte Bauten prägen das historische Stadtbild von Bad Ischl, viele davon aus der Gründerzeit. Älter sind beispielsweise die „Trinkhalle“ von 1831, eine frühere Solebadeanstalt, sowie das ehemalige Hotel Post von 1828. Sie zeugen von den Anfängen des Urlaubs- und Kurbetriebs.
  • In der Kaiservilla (klassizistisch umgebaut 1860) residierte Franz Joseph I. und regierte über Österreich-Ungarn. Heute sind die kaiserlichen Gemächer in Führungen zugänglich. Umgeben ist die Villa vom großzügigen Kaiserpark.
  • In der Nachbarschaft zur Kaiservilla liegt auch das Marmorschlössl, das frühere Teehaus von Kaiserin Elisabeth (Sisi). 1861 wurde es aus dem namensgebenden Untersberger Marmor erbaut, der streng genommen „nur“ ein profaner Kalkstein war. Heute ist im Marmorschlössl ein Photomuseum untergebracht, das historische Fotografien und Kameras ausstellt.
  • Auch der Komponist Franz Lehár hatte ab 1912 in Bad Ischl seinen festen Wohnsitz. Die so genannte Lehár-Villa dient heute als Museum für Kunstgegenstände aller Art.
  • Stadtpfarrkirche St. Nikolaus wurde im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Der heutige klassizistische Bau stammt von 1780. Prunkstück ist die große Orgel mit über 60 Registern.
  • Die abwechslungsreiche Stadtgeschichte präsentiert das Museum der Stadt Bad Ischl. Es ist im früheren Hotel Austria untergebracht.
  • Eine Attraktion für Technikinteressierte ist das Museum Fahrzeug-Technik-Luftfahrt. Es widmet sich vor allem der Fortbewegung auf Rädern und in der Luft.

Freizeit rund um Bad Ischl

Als einer der wenigen Orte im Salzkammergut hat Bad Ischl keinen Zugang zu einem der großen Seen. Umso wichtiger ist die Katrin, der Ischler Hausberg. Der Gipfel ist 1542 Meter hoch, in der Sommersaison führt eine Seilbahn bis zum Wandergebiet rund um die Katrin-Alm. Auf dem Katrin-Klettersteig können Bergsteiger den Gipfel ohne Umwege erklimmen. Bei schlechtem Wetter gibt es als Alternative eine Kletterhalle im Ort.

Entspannung und Wellness bietet die Eurotherme Bad Ischl (Salzkammergut-Therme). Mit modernen Konzepten wird hier der traditionelle Kurbetrieb fortgeführt und erweitert. Beauty, Sauna, eine Outdoor-Flusslandschaft und ein denkmalgeschütztes Kurmittelhaus sind hier Gegensätze.