Chronik des Salzkammerguts

Vom ersten Salzbergbau bis zum modernen Kurbetrieb – lesen Sie hier die Chronik des Salzkammerguts.

ca. 50.000 v. Chr.: Die Salzofenhöhle im Toten Gebirge dient vermutlich steinzeitlichen Bewohnern als Jagdstation. Nachgewiesen ist eine Jagdnutzung erst ab ca. 35.000 v. Chr.

ca. 5000 v. Chr.: Fund jungsteinzeitlicher Werkzeuge bei Hallstatt. Die ist möglicherweise der frühe Beginn des Salzabbaus.

ca. 4500 v. Chr.: Eine erste dauerhafte Besiedlung des Salzkammerguts ist nachweisbar.

ca. 3800 bis 3200 v. Chr.: Während der „Mondseekultur“ errichten Menschen Pfahlbauten an den Ufern des Mondsees (heute Weltkulturerbe der UNESCO).

ab ca. 1650 v. Chr.: Auch am Attersee entstehen Pfahlbausiedlungen, die heute knapp unterhalb des Seespiegels liegen.

ca. 1500 v. Chr.: Spätestens jetzt beginnt der Salzbergbau unter Tage. Die Bewohner treiben umfangreiche Stollensysteme voran.

ca. 800 bis 450 v. Chr.: Während der „Hallstattzeit“ – einer Periode der Eisenzeit – leben die Kelten im heutigen Salzkammergut.

ca. 450 bis 15 v. Chr.: Die „Latènekultur“ löst die Hallstattzeit ab. Die Region wird ein Teil des keltischen Königreichs „Noricum“.

15 v. Chr.: Die Römer besetzen das keltische Reich und errichten in den kommenden Jahrzehnten ihre „Provincia Noricum“. Hauptstadt wird Virunum in der Nähe des heutigen Ortes Maria Saal.

– Beginn unserer Zeitrechnung –

Karte des Salzkammerguts von 1890 (Meyers Koversations-Lexikon) - gemeinfrei

Karte des Salzkammerguts von 1890 (Meyers Koversations-Lexikon) – gemeinfrei

2. Jahrhundert: Bei Hallstatt und Altaussee bestehen zwei römische Siedlungen.

um 180: Germanische Stämme fallen in die Provinz ein und richten Verwüstungen an (Markomannenkriege).

5. Jahrhundert: Während der Völkerwanderungszeit verliert Rom die Herrschaft über die Provinz.

6. Jahrhundert: Bairische und slawische Stämme nutzen das Machtvakuum nach dem römischen Rückzug und wandern in die Region ein.

748: Der bairische Herzog Odilo gründet das Benediktinerkloster Mondsee – die Christianisierung der Region beginnt. In dieselbe historische Epoche gehört auch die Klosterabtei „Trunseo“, die in Traunkirchen errichtet wird.

909: Auf einer Insel im Traunsee wird das Seeschloss Ort angelegt. Sein Nachfolgerbau wird später zur Kulisse der Fernsehserie „Schlosshotel Orth“.

976: Der heilige Wolfgang von Regensburg soll die spätere Pfarrkirche St. Wolfgang eigenhändig errichtet haben.

976: Graf Leopold I. (Luitpold) wird erster Markgraf von Österreich. Er gehört dem Geschlecht der Babenburger an, das bis 1246 über Österreich einschließlich des Salzkammerguts herrscht.

um 1000: Der Salzhandel nimmt einen Aufschwung und wird zur wirtschaftlichen Grundlage der Region.

1020: Benediktinerinnen aus Salzburg gründen das Kloster Traunkirchen. Die kleine Ansiedlung Traunkirchen entwickelt sich zu einem bedeutenden religiösen Zentrum.

1147: Das Salzbergwerk Altaussee nimmt seinen Betrieb auf. Es ist bis heute das größte Salzbergwerk Österreichs.

1180: Die Steiermark wird ein eigenständiges Herzogtum. Die steirischen Herzöge von Ort herrschen über den Süden des heutigen Salzkammerguts, bevor sie von den Babenburgern abgelöst werden.

1262: Ischl wird erstmalig urkundlich erwähnt – damals noch unter dem Namen „Iselen“.

1278: Gmunden am Traunsee erhält die Stadtrechte. Die Stadt ist ein wichtiger Salz-Handelsort.

1282: Nach einigen politischen Wirren gerät das Erzherzogtum Österreich endgültig unter die Macht der Habsburger. Rudolf I. erlangt die Königswürde.

1291 bis 1296: Der habsburgische Herzog Albrecht I. und der Salzburger Erzbischof Konrad IV. streiten um die Vorherrschaft im „Yschlland“ und die Nutzung der bedeutenden Salzvorkommen.

1298: Herzog Albrecht I. schenkt das Yschlland (Salzkammergut) seiner Frau Elisabeth. Das Land ist ein „Kammergut“: ein Privatbesitz der Habsburger, in dem das Königshaus die ausschließlichen Salzabbau-Rechte besitzt (Salzmonopol).

14. Jahrhundert: Hallstatt entwickelt sich zur weit und breit bedeutendsten Produktionsstätte für das „weiße Gold“, das Salz. 1311 erhält der Ort das erste Pfannhaus, um Solewasser zu verdampfen.

1450: Die Salzkammer zieht in den neu erbauten „Kammerhof“ in Gmunden. Heute beherbergt das Gebäude fünf Museen.

1479: Der Orgelbauer Michael Parcher vollendet seinen Flügelaltar für die Pfarrkirche St. Wolfgang.

1505: In Hallstatt wird die spätgotische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt fertig gestellt.

1563: Der Salzabbau im Ischler Salzberg beginnt, worauf sich die Stadt zu einem der wichtigsten Produktionsorte entwickelt.

1595 bis 1607: Die Soleleitung von Hallstatt nach Ebensee wird verlegt und versorgt künftig das Ebenseer Sudhaus.

1639: In Gmunden wird ein Kapuzinerkloster errichtet, das heute allerdings weltlichen Zwecken dient.

1753: Die künstlerisch wertvolle „Fischerkanzel“ entsteht in der Pfarrkirche von Traunkirchen.

1784 bis 1801: „Nannerl“, die Schwester des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, wohnt in St. Gilgen – im heutigen „Mozarthaus“.

1807: In Ischl beginnen die ersten Kuranwendungen mit heilendem Solewasser.

ab 1820: In Gmunden entsteht das erste Solebad und legt den Grundstein für die Entwicklung des Kurbetriebs.

1828: Das Karmelitinnen-Kloster in Gmunden wird gegründet. Es ist bis auf den heutigen Tag von Nonnen bewohnt.

1849: Der österreichische Kaiser Franz Joseph I. besucht zum ersten Mal Ischl. Künstler und andere Prominente folgen ihm.

1860: Kaiser Franz Joseph I. lässt seine Sommerresidenz, die „Kaiservilla“ in Ischl, umbauen. Nur ein Jahr später entsteht das benachbarte „Marmorschlössl“ für seine Gemahlin Elisabeth (Sisi). Überall in Ischl entstehen repräsentative Bauten, die das Stadtbild prägen.

1862: Der aufblühende Badeort Gmunden bekommt den offiziellen Titel „Kurort“. In der Stadt entsteht eine großzügige Villen- und Badearchitektur, zum Beispiel die Villa Toscana von 1877.

1868: Der Ort Aussee, in dem schwefelhaltiges Solewasser sprudelt, darf sich nun auch „Luftkurort“ nennen.

ab 1870: An der Seewalcher Seepromenade entstehen zahlreiche Villen. Der Attersee entwickelt sich zur beliebten Sommerfrische für wohlhabende Bürger und Künstler wie Gustav Klimt.

1877: Das Salzkammergut bekommt Anschluss an das österreichische Eisenbahnnetz. Die „Salzkammergutbahn“ macht unter anderem in Bad Ischl, Bad Aussee und Ebensee Station.

1890: Erst jetzt erhält Hallstatt einen eigenen Straßenanschluss. Bevor die Straße durch den Fels gesprengt wurde, mussten die Menschen per Boot den Hallstätter See überqueren.

1893: Die neue Salzkammergut-Lokalbahn verbindet Salzburg mit Ischl. Sie wird 1957 eingestellt.

1906: Nachdem Ischl schon seit fast Hundert Jahren der wichtigste Badeort des Salzkammerguts ist, darf es sich nun „Bad“ nennen. 1920 kommt der Titel „Kurort“ hinzu.

1910: Drei österreichische Höhlenforscher erkunden erstmals die unbekannten Tiefen der Rieseneishöhle.

1911: Der Luftkurort Aussee bekommt den Titel „Bad“ verliehen.

1931: Auch Goisern ist nun ein „Bad“. Grundlage der Heilanwendungen ist eine Fluorid-Schwelquelle, die schon 1878 entdeckt wurde.

1945: Deutsche Behörden lassen große Menge englisches Falschgeld im Toplitzsee versenken. Außerdem hält sich das Gerücht, zu Kriegsende sei ebenfalls ein Goldschatz im See versenkt worden. Dies regt noch heute die Phantasie von Schatzsuchern an.

1945: In einer dramatischen Aktion rettet die Bergwerksleitung in Altaussee 6500 Kunstwerke vor der Vernichtung. Ein Nazi-Befehlshaber wollte einen Bergwerksstollen samt dort gelagerter Kunst sprengen.

1960: Die Filmkomödie „Im weißen Rössl“ begründet den Weltruhm des Hotel-Restaurants in St. Wolfgang und steigert die Popularität des gesamten Salzkammerguts.

1972: Mitterndorf darf sich nun offiziell „Bad“ nennen. Der Kurort ist für sein Thermalwasser bekannt.

1989: Altaussee bekommt den Titel „Luftkurort“ verliehen und ist somit der jüngste Kurort des Salzkammerguts.

1997: Die Region „Hallstatt-Dachstein Salzkammergut“ wird offiziell zum UNESCO-Welterbe ernannt.

2005: Papst Johannes Paul II. verleiht der Pfarrkirche St. Michael am Mondsee den Titel „Basilica minor“. Die Basilika gehörte zum früheren Kloster Mondsee.

2011: Insgesamt 111 Pfahlbauten des Alpenraumes werden zum UNSECO-Welterbe ernannt. Dazu zählen auch archäologische Stätten im Attersee und Mondsee.