Das Salz und die Habsburger

Es ist gewiss kein Zufall, dass das Wort Salzkammergut mit dem Wort „Salz“ beginnt. Über Jahrtausende bestimmte der Abbau und der Handel mit dem „weißen Gold“ die Geschicke dieser Alpenregion. Mindestens 3500 Jahre – vielleicht sogar doppelt so lang – reicht die Geschichte des Salzbergbaus zurück (Informationen zur Frühgeschichte hier). Die historische Keimzelle des Salzkammerguts war ein Einflussgebiet der Habsburger, in dem zugunsten der fürstlichen Privatschatulle Salz abgebaut wurde.

Ein wertvolles Hochzeitsgeschenk

Das Fürstenhaus der Habsburger war über viele Jahrhunderte die maßgebliche politische Kraft in Mitteleuropa. Das Geschlecht stellte zahlreiche deutsche Kaiser und kontrollierte große Teile Österreichs. Die Geschichte des Salzkammerguts nahm ihren Anfang, als unter Rudolf I. und Albrecht I. auch der Aufstieg der Habsburger begann. Ende des 13. Jahrhunderts führten die Habsburger einen „Salzkrieg“ gegen das benachbarte Erzbistum Salzburg. Nachdem der Krieg mit einer Art Patt zu enden schien, gewannen die Habsburger doch die Oberhand im regionalen Salzgeschäft.

Im Jahr 1298 schenkte Albrecht das heutige Salzkammergut, das seinerzeit Yschlland hieß, seiner jungen Frau. Seit diesem großzügigen Hochzeitsgeschenk („Morgengabe“) war das Salzkammergut ein Privatbesitz der Habsburger. Die gesamten Einnahmen der Ländereien – dies waren die Gewinne aus dem Salzbergbau – gingen direkt an den Königshof nach Wien. Dieses historische, ursprüngliche Salzkammergut endete ein gutes Stück vor den Toren Salzburgs, den damaligen Rivalen im Salzhandel.

Die wichtigste Salzförderstätte war zunächst wohl Hallstatt, während später Gosau, Altaussee und Ischl hinzu kamen. Der überregionale Handel wurde seinerzeit vor allem über Gmunden am Traunsee abgewickelt.

Übersichtskarte des Salzkammerguts - Joe Migo, Lizenz: Bild-frei

Übersichtskarte des Salzkammergut – Joe Migo, Lizenz: Bild-frei

Heutige „Grenzen“

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs endete die Macht der Habsburger in Österreich. Zu dieser Zeit hatten sich schon die ehemaligen Grenzen des Salzkammerguts längst aufgeweicht und ausgeweitet. Zur historischen Keimzelle des inneren Salzkammerguts waren weitere Regionen hinzugekommen, zum Beispiel Ausseerland, Mondseeland und Attergau. Diese Entwicklung wurde auch vom Kur- und Badetourismus vorangebracht.

Heute besitzt das Salzkammergut keine verbindliche politische Außengrenze, sondern umfasst Teile der österreichischen Bundesländer Oberösterreich (das den größten Teil stellt), Steiermark und Salzburg. Das Salzkammergut begreift sich als Kulturraum mit gemeinsamen Wurzeln und einer attraktiven Berg- und Seenlandschaft.