Ebensee

Ebensee ist eine der größeren Ortschaften des Salzkammerguts – und definitiv eine der interessantesten. Der Ort am Südende des Traunsees ist umgeben von eindrucksvoller Natur, eingebettet in eine spannende Geschichte und angefüllt mit kulturellen Höhepunkten. Im Süden ist der Kurort Bad Ischl nur eine kurze Fahrstrecke entfernt.

Natur und Freizeit

Dort wo die Traun in den Traunsee fließt, weichen das Höllengebirge im Westen und das Traunsteinmassiv im Osten ein wenig zurück, um dem Ort Ebensee Platz zu machen. Diese spezielle Lage bewirkt, dass Ebensee von allen Besonderheiten des Salzkammerguts etwas zu bieten hat: Im klaren Traunsee fühlen sich Fische genauso zu Hause wie Wassersportler; Ausflugsschiffe kreuzen über das Gewässer; am Schaflucken-Klettersteig geht es 600 Meter den Hohen Spielberg hinauf; auf den Feuerkogel führt eine Seilbahn; Wanderrouten verlaufen durch die teilweise schroffen Berglandschaften; und auch der „Salzkammergut Radweg“ macht natürlich keinen Bogen um Ebensee.

Museumslandschaft in Ebensee

In Ebensee gibt es was zu sehen: das „Museum Ebensee“, das „Naturmuseum Salzkammergut“ und das „Zeitgeschichte Museum Ebensee“ setzen ganz unterschiedliche thematische Akzente (mehr dazu hier).

In den Museen spiegelt sich auch die wechselvolle Geschichte des Ortes wider. Ein Meilenstein in der Entwicklung Ebensees war der Bau eines Sudhauses und einer Soleleitung von Hallstatt Anfang des 17. Jahrhunderts. Mit Hilfe der rund 40 Kilometer langen Leitung wurde Sole (Salzwasser) in das Sudhaus geleitet, wo die Sole erhitzt und daraus reines Salz gewonnen wurde. Dies verbesserte die wirtschaftliche Situation von Ebensee erheblich und sorgte für ein starkes Bevölkerungswachstum.

Einen negativen Höhepunkt erlebte Ebensee im Zweiten Weltkrieg: Von 1943 bis 1945 befand sich am Ort ein Konzentrationslager der Nationalsozialisten. Häftlinge mussten dort Stollen für eine unterirdische Raketenfabrik ausheben, die aber nie vollständig fertig gestellt wurde. Fast 9000 Menschen starben in dem KZ. Heute erinnern eine Gedenkstätte das „Zeitgeschichtemuseum“ an das Grauen.

Ebenseer Fasching

Völlig verwandelt ist Ebensee zur „fünften Jahreszeit“, denn der Ort pflegt einzigartige Faschingstraditionen, die wahrscheinlich auf das späte 19. Jahrhundert zurückgehen: Schrill und ausgelassen ist der Ebenseer Fetzenumzug am Rosenmontag. Die Bezeichnung „Fetzn“ ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn das typische Faschingskostüm besteht aus Frauenkleidern mit aufgenähten, bunten Stofffetzen. Holzmasken (Larven genannt), verrückte Hüte und abgewetzte Regenschirme vervollständigen die Verkleidung. Für alle, die nicht live dabei sein können, hat das Museum Ebensee einige Kostüme ausgestellt.

Und nachdem am Faschingsdienstag auch die Kinder (ähnlich wie am Martinstag) ihre Süßigkeiten eingefordert haben, ist am Aschermittwoch alles vorbei und die vorösterliche Fastenzeit kann beginnen.