Totes Gebirge – ganz schön lebendig

Eigentlich ist das Tote Gebirge gar nicht ausgestorben – jedenfalls nicht in dem Teil, der im Salzkammergut liegt. Wahr ist aber, dass dieser Bergzug gen Osten, jenseits der Grenzen des Salzkammerguts, immer trockener, schroffer und vegetationsärmer wird. Der Grund ist eine geologische Erscheinung, die man Karst nennt und die zur schnellen Versickerung der Niederschläge führt (zur Erläuterung siehe unten).

Plateau des Toten Gebirges - © Tigerente, gemeinfrei

Plateau des Toten Gebirges – © Tigerente, gemeinfrei

Das Tote Gebirge beginnt südöstlich des Höllengebirges bzw. östlich der Salzkammergutberge. An seinem Rand liegen die Orte Bad Ischl und Bad Goisern. Von hier erstreckt sich das Tote Gebirge fast 50 Kilometer Richtung Osten.

Das Gebirge ist nicht nur schroffer als seine westlichen Nachbarn, sondern auch höher. Allerdings befinden sich die höchsten Gipfel – wie der Große Priel (2515 Meter) oder die 2446 Meter messende Spitzmauer – außerhalb des Salzkammerguts. Wichtigste Gipfel innerhalb des Salzkammerguts sind:

  • Rotgeschirr (2270 Meter; auch Röllberg genannt)
  • Elm (2128 Meter)
  • Schönberg (2093 Meter; auch Wildenkogel genannt)
  • Loser (1837 Meter)

Auf den Loser führt eine mautpflichtige Panoramastraße. Außerdem liegt hier das vielseitige und große Skigebiet Loser-Altaussee. Eine weitere Besonderheit ist das Loser-Solarkraftwerk, das am Südhang des Berges auf rund 1600 Meter Höhe errichtet wurde.

Was ist Karst?

Karstlandschaften können entstehen, wenn Karbonatgesteine, insbesondere Kalk, über lange Zeiträume dem Einfluss fließenden Wassers ausgesetzt sind. Das Wasser von Niederschlägen und Flüssen löst (manchmal unter Beteiligung von Kohlensäure) den Kalk langsam auf und schwemmt ihn fort. Ergebnis dieser Korrosion sind vielgestaltige Hohlräume im Felsen, die der Landschaft einen typischen Charme verleihen. Es bilden sich Senken, Höhlen und „Dolinen“ genannte Trichter. Oft ist das Gestein so löchrig geworden, dass Regenwasser schnell in den Untergrund versickert und unterirdische Flusssysteme oder Seen speist.

Weit verbreitet ist der Karst in Südosteuropa, aber auch in den so genannten Kalkalpen, zu denen das Tote Gebirge gehört. Wie der Name Kalkalpen schon sagt, liegt hier das richtige Gestein für eine Verkarstung vor.

Für Landwirte sind Karstlandschaften eher ungeeignet, weil es an oberflächennahem Wasser mangelt. Urlauber freuen sich dagegen über bizarre Landschaftsformationen, spektakuläre Höhlenformationen und Tropfsteine.