Wandern im Salzkammergut

Über Berge und Hügel, entlang von Seen und Flüssen, durch Täler und Auen: Wandern im Salzkammergut ist außerordentlich abwechslungsreich. Neben ausgesprochen alpinen Herausforderungen finden auch Familien und Senioren gemütliche Wege. Mehrere Hundert beschilderte Wege führen durch die Salzkammergut-Berge, das Dachsteingebirge oder das Tote Gebirge. In vielen Orten gibt es sommerliche Kompaktangebote für Wanderfreunde, wie zum Beispiel die Wolfgangseer Wanderwochen. Im Winter werden in vielen Skigebieten Schneeschuh-Trails gespurt, auf denen auch geführte Touren angeboten werden.

Wanderpause am Gosausee - Marco Barnebeck / pixelio.de

Wanderpause am Gosausee – Marco Barnebeck / Pixelio.de

Ausgewählte Wanderrouten

Auskunft über die jeweiligen Wanderwege geben Ihnen die Tourismusbüros in allen Urlaubsorten des Salzkammerguts. Der Kompass-Verlag hat einen Wanderführer herausgebracht, der auch Rad- und Skitouren empfiehlt. Das Buch kostet etwa 10 Euro.

Der Salzkammergut Mehrtageswanderweg verbindet vier Berggipfel und drei Seen. Der 81 Kilometer lange Rundweg überwindet gut 4500 Höhenmeter. Er verläuft von Fuschl am See über Zwölferhorn, St. Gilgen, Schafberg, Mondsee, Almkogel und Schobergipfel zurück nach Fuschl. Die Route ist für fünf Etappen konzipiert. Es besteht die Möglichkeit, das Gepäck von Übernachtungsort zu Übernachtungsort transportieren zu lassen.

Extra für Kinder bietet das Salzkammergut einige kurze Routen, die jeweils unter einem besonderen Motto stehen und auch mit kurzen Beinen weniger als zwei Stunden dauern. In Ebensee startet der Märchenweg zur Katzenwoferlklause. Auf Schautafeln entlang der 2,5 Kilometer langen Strecke wird eine märchenhafte Geschichte von einem Einsiedler und seinen Katzen erzählt. Unter dem Motto Das gläserne Tal steht ein 3,5 Kilometer langer Wanderweg mit mehreren Erlebnisstation. Er beginnt im Glasmuseum Weißenkirchen und veranschaulicht die Geschichte der Glasherstellung. Genauso lang ist der Themenweg WaSerleben am Gosausee. Er widmet sich den Auswirkungen und Besonderheiten des Wassers. Dagegen dreht sich beim fünf Kilometer langen Keltenbaumweg in St. Georgen alles um die Kelten, die das Salzkammergut in historischer Zeit bewohnten. Mitmachen und Ausprobieren steht beim Wichtelweg bei Gosau auf dem Programm. Die auf der 1,5 Kilometer messenden Strecke aufgestellten Wichtelfiguren brauchen nämlich dringend Hilfe von den Kindern…

Für gut trainierte Erwachsene stehen einige Wandervorschläge mit mehr als 2000 Höhenmetern bereit. Almtaler Sonnenuhr nennt sich eine Alpinroute, die von Grünau aus das „Tote Gebirge“ erkundet. Wer die 27 Kilometer und 2322 Höhenmeter angeht, braucht eine Menge Kondition und Bergerfahrung, um nach etwa 12 Stunden wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Auf der Pühringerhütte ist eine Übernachtung möglich. Sogar 3229 Höhenmeter misst die Route rund um den Gosaukamm. Los geht es von der Seilbahnstation am Gosausee und von dort etwa acht Stunden lang durch eine wilde Gebirgslandschaft.

Tipps für Wanderer im Hochgebirge

Vor allem wenn Sie selten im Hochgebirge unterwegs sind, sollten Sie um die Eigenheiten wissen, die Sie in dieser Landschaft erwarten können. Die Klimabedingungen und körperlichen Anforderungen unterscheiden sich deutlich von denen des Flachlands. Hier unsere Ratschläge:

  1. Geeignetes Schuhwerk wählen. Am besten und sichersten kommen Sie mit Wanderschuhen voran. Diese haben eine feste und rutscharme Sohle und geben an den Knöcheln Halt. Die Wanderschuhe dürfen nicht drücken. Nagelneue, noch nicht eingelaufene Schuhe können schnell Blasen hinterlassen.
  2. Zeitbedarf großzügig kalkulieren. In den Bergen dauert das Wandern naturgemäß länger. Eine Faustformel besagt, dass Sie für 4,2 Entfernungskilometer eine Stunde brauchen, für 300 Höhenmeter Aufstieg bzw. 600 Höhenmeter Abstieg aber eine Stunde draufschlagen müssen. Laut dieser Kalkulation benötigen Sie beispielsweise für einen Wanderweg von 12 Kilometern, bei dem Sie jeweils 450 Meter bergauf und bergab laufen, etwa fünf Stunden – die notwendigen Pausen noch nicht mitgerechnet.
  3. Rucksack richtig packen. In den Rucksack gehört vor allem ausreichend Essen und Trinkwasser. Sinnvoll ist eine vitaminreiche Kost, die schnell Energie gibt. Auch eine Miniapotheke mit Pflaster und Mullbinde kann nicht schaden. Um den Rücken zu schonen raten Experten, dass Erwachsene höchstens ein Viertel des eigenen Körpergewichts im Rucksack tragen sollen. Meistens reicht die Hälfte dieses Wertes. Die schwersten Gegenstände sollten Sie im Mittelfach des Rucksackes nahe am Körperschwerpunkt tragen.
  4. Geeignete Kleidung anziehen. Ihre ideale Wanderkleidung besteht aus drei Schichten: einer schweißdurchlässigen Unterwäsche, darüber einer wärmenden Schicht und außen einer wasserabweisenden Jacke. Dieses Zwiebelprinzip schützt vor allen Wettereinflüssen. Im Hochgebirge ändert sich das Wetter oft sehr schnell. Wo eben noch die Sonne schien, kann in kurzer Zeit ein Gewitter aufziehen.
  5. Ausreichender Sonnenschutz. In 1000 Meter Höhe ist die gefährliche UV-Strahlung rund 20 Prozent intensiver als auf Meereshöhe. Selbst wenn die Luft kalt ist, vor allem im Winter, droht ein Sonnenbrand. Um dies zu verhindern, sollten Sie alle freien Hautstellen mit eine Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor eincremen.
  6. Gute Orientierung. Trotz Beschilderung kann es vorkommen, dass Sie in den Bergen einmal eine Abzweigung verpassen. Eine Wanderkarte hilft, den richtigen Weg wieder zu finden. Noch besser ist, zusätzlich ein GPS-Gerät oder eine taugliches Smartphone mitzunehmen. Das Smartphone hat noch einen zweiten, kaum zu unterschätzenden Vorteil: per Handy können Sie im schlimmsten Fall einen Notruf absetzen und Hilfe anfordern.